(K)eine Straße führt nach Jeriwan: 5’641KM – 5’993KM

Willkomen in Schlaglochhausen: 5’641km – 5’855km

Am letzten Tag in Georgien machten uns die einheimischen Ziegenhirten noch ein Abschiedsgeschenk. Als wir gerade dabei wahren unser typisches Frühstück (Rührei mit Zwiebel, Tomaten und Speck) zu verdrücken, tauchte am Horizont ein Hirte mit seinen 30 bis 40 Ziegen auf. Nachdem er uns mit „Dobro Vece“ Begrüßte, verschwand er kurzer Hand auf seinem Pferd ohne Sattel hinter den Obstbäumen. Es rüttelte im Gebüsch, als wir dachten er wird uns doch nicht verscheuchen, da das wohl sein Feld war. Schon tauchte er auf und steuerte direkt auf unseren Campingtisch zu, in seiner Hand drei kinderkopfgroße Pfirsiche. Ohne große Worte legte er sie auf den Tisch, ehe er wieder hinter seine Schafe ging. Voller Erwartung kosteten wir diese sofort und tatsächlich waren sie wahnsinnig saftig und extrem geschmackvoll, so wie es sie bei uns Zuhause nur selten zum kaufen gibt. Danach erklärten wir ihm noch, multilingual wie wir sind, mit Händen und Füßen was wir mit unserem Auto vorhatten. 

Frisch gestärkt traten wir die Weiterfahrt in Richtung Armenien an. Wie schon in Georgien war es nach 10km so weit: „Who’s Driver?“. Gabriel fuhr mit dem Voyage rechts, Simon und Patrick mischten sich links unter einen Haufen Familien und deren Gepäck um die Grenze zu überschreiten. Nach 3 mal Kofferraum auf und zu machen, einer abgeschlossenen Autoversicherung (in US-Dollar bezahlt), der Anmeldung des Autos in Armenien (in Georgischen Lari bezahlt aber Rückgeld in Armenischen Dram bekommen) und 60 Minuten später war es geschafft. Als wir die Grenze verließen, warteten gleich die ersten zwei Armenischen Jugendlichen, welche unsere Fahrzeugpapiere haben wollten. Auf den ersten Versuch und zu „bescheissen“ vielen wir Gottseidank nicht rein. 

Uns wurde bereits vor unserer Reise einiges über den schlechten Zustand der Armenischen Straßen berichtet, doch was heute folgte, schlug wirklich all unsere Vorstellungen. Die Straßen nach der Grenze hatten einen dermaßen schlechten Zustand, dass es mehr an eine Slalomfahrt am Hahnenkamm erinnerte. Zu Beginn waren es Knöcheltiefe Schlaglöcher, gefolgt von circa 30 cm tiefen Pfützen und zum krönenden Abschluss Knietiefe Löcher, welche uns beim Einfahren vermutlich die ganze Frontschürze zerfetzt hätten, bevor die Vorderachse komplett eingestochen und liegen geblieben wäre. Als wir uns auf einem Kiesbett in mitten von Deichen mit einer Tiefe von etwa 30 cm und einem Durchmesser von 4 Metern wieder fanden (siehe Bild), fragten wir uns ob das überhaupt noch eine Straße ist. Ein kurzer Blick auf unsere Offline-Map verriet uns, wir befanden uns auf der Hauptstraße nach Jeriwan. 200 Kilometer und rund 7 Stunden später erreichten wir mit tränenden Stoßdämpfern die Hauptstadt Armeniens. Pati und Gabriel machten sich auf die Suche nach dem gebuchten Hostel, welche sich als äußerst schwierig herausstellte. Einen mit hässlichen Graffitis und von der Decke hängenden Kabelsträngen verzierter Durchgang führte in einen Innenhof. Nachdem wir eine uns über den Weg laufende Dame fragten wo es lang geht, mussten wir um den Eingang des Hostels zu erreichen noch eine wirklich sanierungsbedürftige Betontreppe bis in den Zweiten Stock erklimmen. Endlich gefunden, zeigte sich das Hostel von seiner besten Seite. Es war eines der schönsten Hostels in dem wir je nächtigen durften. 

Kurze Verschnaufpause in Jerewan: 5’855KM – 5’993KM

Endlich einmal halbwegs ausgeschlafen und frisch geduscht, beschlossen wir vor unserer Weiterfahrt die Innenstadt von Jeriwan zu erkunden. Wir schlenderten durch die Straßen der teilweise sehr modernen Hauptstadt. Einige Sehenswürdigkeiten später machten wir uns auf die Suche nach einem Lokal um unseren Hunger zu stillen und WLAN zu schnorren. Wir fanden ein sehr kleines authentisches Armenisches Restaurant, wo wir einerseits hervorragend Verköstigt wurden und andererseits unserem Social Media Auftritt nachgehen konnten. 

Wie wir von den meisten Teams erfuhren, rüsten sich diese auf den Grenzen mit SIM-Karten der jeweiligen Länder aus, um ständig online zu sein. Wir haben uns zu Beginn der Reise bewusst dagegen entschieden, um die Zeit auch einmal für uns zu genießen. Aus diesem Grund kann es durchaus vorkommen, dass wir mehrere Tage lang keine neuen Beiträge verfassen können. So werdet ihr vermutlich auch nächste Woche, wo wir uns im Iran befinden werden, nur wenig von uns lesen können. 

Nach weiteren 130 Kilometern auf den Buckelpisten Armeniens, liegen wir nun hinter rostigen LKW-Anhängern eines sehr lieben Armenischen Mechanikers. Von dort aus werden wir morgen die letzte Etappe in Richtung Iranische Grenze antreten, wo wir am Mittwoch in der Früh hoffentlich unsere Kontaktperson antreffen werden.

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