„Nukri“ sei Dank: 5’170KM – 5’641KM

Georgisches Buttlifting für unseren Voyage: 5’170km – 5’239km

An diesem Morgen weckte uns zum ersten mal seit einiger Zeit kein Muezzin aus einer Moschee. Ausserdem wechselten wir mit dem Land zum zweiten mal die Zeitzone und haben nun +2h auf die Mitteleuropäische Zeit. Das heutige Tagesziel war es die gestern beschlossene Höherlegung unseres Autos umzusetzen. Mit unseren von der D915 noch immer wackelnden Köpfen versuchten wir in der Stadt Batumi einen Mechaniker zu finden. Als wir hinter einer Tankstelle versteckt, einen riesigen Schotterplatz mit duzenden Garagentoren Sahen, wurden wir fündig. Allesamt mit einer rostigen und verzogenen Hebebühne ausgestattet, war das wohl der Arbeitsplatz von rund 30 einheimischen Schraubern. Wohl alle offiziell als Arbeitslos gemeldet. Nach der ersten Absage wurden wir dem Pfuscherkönig namens „Nukri“ höchst persönlich vorgestellt. Mit unserem Wunsch ein höheres Fahrwerk zu bekommen, konnte er sich sofort anfreunden. Uns kam vor er sah es sogar als Herausforderung dieses TÜV-Technisch fragwürdige Tuning vorzunehmen. Seinen anfänglichen Optimismus musste Nukri spätestens bei den vorderen Stoßdämpfern kurzer Hand beiseite legen, doch nach einer Zigarette und Georgischer Flucherei fiel ihm immer wieder etwas ein. So hat er zum Beispiel einen nicht mehr zu hundert Prozent funktionierenden Stoßdämpfer mit einem einfachen Gartenschlauch für die nächsten 10.000km funktionsfähig gemacht. Da wir leider auch noch ein Teil des Stoßdämpferkopf (vorne rechts) tauschen mussten (Gott sei Dank fand er sogar ein Suzuki original Teil), hatten wir am Ende zu wenig Georgische Lari im Sack. Somit hatte einer von uns drei die Ehre mit seinem Freund zu einem Bankomaten zu fahren. Als Simon von der rund 10 Minütigen Fahrt zurückkehrte, musste sogar Nukri anhand seines Gesichtsausdruckes lachen. Simon erklärte uns, dass das wohl die brutalste Autofahrt seines Lebens war. Wer mehr Informationen zu seinem Höllenritt haben möchte, muss Simon bitte Persönlich fragen. Nachdem unser auto wieder von der verbogenen Hebebühne gelassen wurde, ließen wir Nukri als weiteren Wegbegleiter auf unserem Auto unterschreiben. Voller Freude (so wie wir einen Georgier noch nie sahen) präsentierte er mit einem breiten Grinsen sein Georgisches Gekritzel all seinen Schrauber Kollegen.


Das georgische Buttlifting war getan, somit konnten wir uns mit Gehupe von den Mechanikerkreisen verabschieden und wieder auf den Weg ins Zentrum Batumis machen. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir mit Georgischen Köstlichkeiten am Strand in Batumi, bevor wir uns am frühen Abend beim ersten Regen unserer Reise, den wohl letzten Schlafplatz am Meer sicherten.

Grüße aus Tiflis und auf wiedersehen Georgien: 5’239km – 5’641km

Am nächsten Morgen begriffen wir bei unserer alltäglichen Routenplanung, dass das für heuer wohl das letzte mal sein wird, bei dem wir Zugang zum Meer haben werden. Daraufhin beschlossen wir das Schwarze Meer als letztes Salzwasser-Freiluftbad zu verwenden. „Frisch Gebadet“ und mit salzigen Augen machten wir uns auf den Weg Richtung Tiflis, der Hauptstadt Georgiens. Wie gewohnt war der Weg dorthin von Kühen und Ziegen auf der Straße sowie unzumutbarem Verkehrschaos geprägt. Einige Kilometer vor Tiflis beschlossen wir uns eine Kirche hinter Schlossmauern sowie ein Kloster am Berg anzusehen. In gewohnter Manier machten wir ein paar Aufnahmen, um sie euch hier unter diesem Text zu präsentieren. Anschließend fuhren wir die letzten Kilometer in die Hauptstadt. Mit mulmigem Gefühl stellten wir unser Auto (als eines der wenigen Autos) vor dem prunkvollen Registrierungsgebäude ab. „Wird schon nichts sein“. Von dort aus erkundeten wir mit unserem Fußmercedes die Stadt, um in der kurzen Zeit ein paar Eindrücke zu sammeln. Natürlich erkundeten wir als „drei halbfertige Bauingenieure“ die Brücken von Tiflis. Nach einer umfassenden Tragwerksanalyse und Überlegungen hinsichtlich Baustatischer Modellbildung (Systemanalyse aus der Anschauung = Kapitel 17 im Skript Baustatik I VO der TU Wien) … genug geschwafelt … fanden wir uns in einer Bar wieder. Bier gab es für Pati und Gabriel, Simon musste sich als Fahrer mit einem Smoothie begnügen. Bevor der Abend für zumindest zwei von uns drei zu eskalieren drohte, packten wir unsere Sachen und starteten die letzte Etappe in Richtung Armenische Grenze. Da der Tag schon weit fortgeschritten war, geschah dies bei Nacht (Achtung es wird dringendst davon abgeraten, in Georgien bei Nacht zu fahren). Dem Schlaglochwahnsinn und entgegenkommender Flutlichtanlagen (LED Strahler auf LKWs) endlich entkommen, machten wir Halt auf einem der größten Acker, den wir in unserem Leben je gesehen haben, um unser Basiscamp aufzuschlagen. Pünktlich gegen 23:00 Uhr schmiss Patrick den Gaskocher an, um in etwa 10 Kilometer vor der Armenischen Grenze noch ein paar Spaghetti zu kochen.

An dieser Stelle möchten wir noch einmal erwähnen, dass sich unser Blog zwar wie ein Abenteuerbericht zu lesen sein mag, es uns damit aber in erster Linie um das Sammeln von Spenden für den Help for Kids Spendenfond geht. Wir möchten nochmal alle aufrufen auch ihren Freunden von unserer Charity Aktion zu erzählen und vielleicht sogar zum Spenden anzuregen. Den aktuellen Spendenstand, wofür wir genau Spenden sammeln und das Spendenkonto findet ihr HIER.

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