Türkischer Benzin…. so nah und doch so fern: 2’142km – 3’335km

Ramazan als Retter in der Not:2’142km – 2’740km

Es war Freitag der fünfte Tag der Mangolrally, als uns „zeitig“ wie gewohnt der Wecker um 0700 aus dem Zelt rüttelte. Nach kurzer Diskussion wurden wir uns einig, dass wir gestern zum ersten mal die Zeitzone gewechselt haben. Nach dem Abbau unseres Basislagers und einem selbstgebrautem Coffe to go brachen wir auf in die Türkische Hauptstadt, dem Tor nach Asien namens Istanbul. Auf der griechischen Rennstrecke ging es wie gewohnt sehr zügig dahin und somit konnten wir sehr rasch das erste Straßenschild mit der Aufschrift „Türkiye“ erkennen. Pati saß am Steuer als er die Anmerkung „wir sollten tanken“ in die Runde warf. Nach einer kurzen Abstimmungsrunde entschlossen wir uns das Risiko, mit dem Tanken auf die Türkei zu warten, in Kauf zu nehmen, was sich später als Fehler herausstellte … Bei glutiger Hitze erreichten wir gegen 13 Uhr die Griechisch-Türkische Grenze und stellten uns als letztes Auto in den Convoy. Nach einer Stunde Wartezeit trafen wir auf alte Bekannte, ein Rallyteam aus England. Auch war uns klar, dass es nicht das letzte mal bleiben wird, andere Rallyteams an Grenzen zu treffen. Nach einer weiteren Stunde hatten wir es fast geschafft, nur noch eine letzte Kontrolle auf Türkischer Seite. Der Beamte wollte unbedingt wissen, was sich in unserer Dachbox befindet. Als Simon kurzer Hand über die Motorhaube aufs Dach kletterte, alle Schlösser entfernte und die Kiste öffnete, wurde dem Beamten bewusst, dass er den selben Weg über die Motorhaube wählen müsste. Er winkte ab und murmelte auf Türkisch etwas wie „Schaut’s dass weiter kemmt´s. Nach guten zwei Stunden waren wir nun endlich in der Türkei, wo Tankstellen so gerne gesehen sind wie Reisfelder in Thailand.

Erstaunt über die gut ausgebauten Schnellstraßen verpassten wir gleich die Ausfahrt zur ersten Tankstelle. „Auf Reserve kommen wir noch locker 50 km“ behauptete Simon. Als die Tanknadel an der roten Begrenzung kratzte, war sie in Sicht, die nächste Tankstelle. Ende gut alles gut, wäre es gewesen, hätte doch die einzige Benzin Zapfsäule funktioniert. Nach 15 Minuten vollstem Einsatz, schickte uns der Tankwart zur nächsten Tankstelle, welche wir leider nicht mehr erreichten. In unserer Verzweiflung hatten wir die Idee mit unserem Benzinkanister Autos zu stoppen. Der Kanister berührte nicht einmal Türkischen Boden, da fuhr auch schon das erste Auto an uns ran. Nach kurzer Kommunikation mit Hand und Fuß, schleppte er uns zur nächsten Tankstelle. In unserer endlosen Verzweiflung luden wir den gastfreundlichen Ramadan ein, als nächster Wegbegleiter auf unserem Auto zu unterschreiben. Am Ende des Tages konnten wir wie geplant die Hauptstadt erreichen und sind sehr gespannt was uns in diesem gastfreundlichen Land neben Kutschen auf Schnellstraßen, Pferden auf Pritschenwagen und heillos überladenen LKWs noch so erleben dürfen.

Istanbul: Das Tor zu Asien

Endlich angekommen in der 20 Millionen Einwohner Metropole war es ganz ungewohnt morgens nicht ins Auto einzuteigen.

Wir haben uns also einen Tag frei genommen um auch einmal wie echte Touristen diese Perle des Orients zu Enddecken.Auch wen es für uns ein Autofreier Tag war, blieb nicht viel Zeit um auszuschlafen. Ein Foto der zwei größten Moscheen im Stadtzentrum musste her und das möglichst ohne Menschenmengen im Vordergrund. Nur Simon welcher sich für diese Aufgabe nich zuständig fühlte, konnte die Ruhe im 3 Bettzimmer länger genießen. Die Wäsche, deren Geruch den Rucksack bereits durchdrang, musste auch noch in die Reinigung gebracht werden. Am späten Vormittag brachen wir auf um uns die weit über die Grenzen hinaus bekannte Hagia Sophia und den Großen Bazar genauer anzusehen. Nach einem kurzen Power Nap am Nachmittag spazierten wir noch zum Bosporus um einen ersten Blick auf das Asiatische Festland zu werfen. Natürlich gab es auf Gabriels Empfehlung hin, nicht nur Mittags sondern auch noch am letzten Abend in der Türkischen Hauptstadt einen guten Kebab als Stärkung für die bevorstehende Fahrt. Nach der analogen Routenplanung bis spät in die Nach, da es mit dem „Internet on the Go“ nun endgültig aus ist, wars das für uns in Istanbul und wir freuten uns am nächsten Tag alle wieder, weitere Regionen der Türkei zu befahren und entdecken.

Der Weg zum weißen Gold: 2’740km – 3’335km

Die Rushhour in Istanbul durch frühzeitiges losfahren zu vermeiden, so lautete zumindest der Plan. Dieser Plan lies sich nur sehr schwer umsetzen, da keiner der drei Esel den Wecker klingeln hörte. So wurde aus 0600 Tagwache sehr schnell 0730. Zu unserer angenehmen Überraschung war am Sonntag Vormittag kaum Verkehr, weshalb es kein großer Rückschlag war. Erstes Highlight von diesem Tag war das überqueren der beeindruckenden Bosporusbrücke und somit das Einfahren in den Asiatischen Kontinent. Überrarschenderweise blieben die guten Straßenverhältnisse für den restlichen Tag erhalten und somit konnten wir das Ziel der nächsten Etappe schon heute Nachmittag anstatt wie geplant morgen Vormittag erreichen. Der krönende Abschluss war die Besichtigung der Kalk-Sinterterrassen in Pamukkale, deren kühles Wasser wir an diesem sehr heißen Tag wirklich genossen. Die wunderschöne Aussicht von ganz oben, lies uns für einige Augenblicke den ganzen Stress der letzten Monate vergessen. Das Grande Finale war das Abendessen, es gab, wie sollte es anders sein, Döner Kebab.

2 Kommentare zu „Türkischer Benzin…. so nah und doch so fern: 2’142km – 3’335km

  1. Naja da die Esel auch manchmal gerne ein paar Boza‘s kredenzen, ist es natürlich schwieriger aufzustehen. Gute Reise weiterhin. LG

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