Von Ćevapi bis Gyros: 461km – 2’142km

Sprint ans Mittelmeer: 461km – 1’192km

0600 Mitteleuropäische Zeit. Ein anständiges Frühstück (Rührei mit Zwiebel und Tomaten) im Magen und schon gehts los. Während die anderen beiden Rallyteams, welchen wir zu Mitternacht über eine Whatsapp-Gruppe noch unseren Standort schickten, noch in ihren Zelten lagen, brachen wir bereits um 0730 motiviert Richtung Süden auf.

Nach der ersten Nacht unter freiem Sternenhimmel, stand ein langer Tag bevor. Geplant war es, das Mittelmeer zu erreichen. Dank dem großteils hervorragendem Zustand der kroatischen Autobahnen konnten wir mehr oder weniger staufrei unser Ziel in der Nähe des Flughafens Split erreichen. Während der Fahrt machten wir einen Übernachtungsplatz mit Meerzugang ausfindig, welchen wir ohne Probleme ansteuern konnten. Um den Lärm der Flugzeuge mussten wir uns keine Sorgen machen, da wir bis Mitternacht noch am Laptop Bilder bearbeiteten, Videos schnitten und weitere Blogeinträge verfassten. An diesem Strand war es möglich mit den Hängematten unter freiem Sternenhimmel zu schlafen und noch einmal den Luxus eines Meeres zu genießen. Als wir mit unserem vollgepackten Esel durch den kleinen Wald bis hin zu unserem Schlafplatz reiteten, sorgten wir auch schon für die ersten entsetzten Blicke. Ein Pärchen, das auf unser Rallyauto aufmerksam wurde, kam ebenfalls aus Österreich angereist. Der Unterschied lag jedoch darin, dass sie mit einem alten Bundesheer LKW, welchen Nicki & Michi vor einiger Zeit erwerbten und ihn zu einem Camper umbauten reisten. 6,0 gegen 1,2 Liter Hubraum. 3000 gegen 35 Liter Tank und 9 gegen 1,5 Tonnen Gewicht (natürlich komplett überladen… aber wen interessiert das in Asien schon…). Nachdem wir diesen beiden unsere Geschichte erklärten, luden sie uns noch zu ihrem Stellplatz ein und spendierten uns noch ein Bier.

Nagelstudio, guter bulle und böser bulle: 1’192km – 1’579km

Der Morgen des dritten Tages verlief für einen von uns drei etwas ungemütlich. Pati wachte nach der ersten Nacht in der Hängematte mit 13 Mückenstichen auf (siehe Bild unten). Zum Glück hatte uns die Mami noch das passende Gegenmittel mit auf den Weg gegeben. Nachdem wir unsere Ausrüstung sicher im und am Auto verstauten, brachen wir in Richtung Dubrovnik auf. Dieses idyllische Städtchen liegt an der Südspitze Kroatiens und kann nur durch Bosnien Herzegowina erreicht werden. Unser Weg dahin führte entlang der zauberhaften kroatischen Mittelmeerküste mit ihren Kiesstränden und dem Türkis strahlendem Wasser.

An der Grenze zwischen Kroatien und Bosnien Herzegowina hatten wir unseren ersten polizeilich bedingten Aufenthalt. Aufgrund unseres Rallyautos war nach kürzester Zeit die Aufmerksamkeit aller Grenzbeamten und Polizisten auf uns gerichtet. Nachdem wir unsere Pässe am Schalter abgegeben haben, wurden wir gleich gebeten zu den zwei „netten“ (jedenfalls einer der beiden) Herren rechts ran zu fahren. Nachdem wir aus dem Auto ausgestiegen sind, wurden wir darüber aufgeklärt, dass uns nun Fragen gestellt werden und wir diese wahrheitsgemäß beantworten sollen. Sollten wir eine Frage verneinen und die Polizisten die betreffenden Waren oder Substanzen anschließend an uns oder in unserem Auto finden, würde dies als internationaler Schmuggel gelten und entsprechende Konsequenzen für uns mit sich bringen. Der erste Polizist befragte uns gleich kritisch ob wir große Mengen an Medikamenten oder sogar Drogen mit uns führen. Darauf hin zeigten wir dem Beamten gleich alle Medikamente welche wir mitführten. Anschließend begann dieser mit Gabriel um das Auto zu gehen und fing an alle Taschen, Beutel, Brillenetuis, Geldtaschen und am Auto installierte Staufächer aufs genauste zu inspizieren. Nachdem Simon und Patrick mit dem zweiten Polizisten (welcher wirklich freundlich war) ins Gespräch kamen, erklärten sie ihm, was wir mit unserem Auto vorhaben. Der Beamte erklärte sich nach kurzer Zeit als großer Fan unserer Idee für den guten Zweck bis in die Mongolei zu fahren und machte sogar Fotos vom Auto. Anschließend konnten wir ihm sogar eine Freude machen, indem wir ihn fragten ob er auf unserem Auto unterschreiben möchte. Er schrieb: „GOOD LUCK FROM A CROATIAN COP“.

Nach der Kontrolle konnten wir unsere Fahrt nach Dubrovnik fortsetzen. Die Altstadt der kroatischen 40.000 Einwohnerstadt ragt mit ihren Ziegelroten Dächern, weißen Marmorböden und ihrem markanten Burgmauern ins Meer hinaus. Leider konnten wir uns nicht das ganze Touri-Programm gönnen, da wir am selben Tag noch bis in die montenegrienische Hauptstadt Podgorica kommen wollten. Für einen Rundgang und ein paar Fotos hat es allerdings gereicht.

Auf dem Weg durchquerten wir erneut Bosnien Herzegowina und wurden hier sogar von gut gelaunten Grenzpolizisten empfangen, welche anschließend sogar unsere Homepage besuchten. Auf dieser Strecke führte unsere Route von 0 m über Adria bis zur Grenze Montenegros auf 1500 m ü. A.. Als wir in Podgorica ankamen, war es auch schon dunkel. Zudem gab es ein Problem mit der Zimmerreservierung. Dieses konnten wir jedoch nach einer halben Stunde in Form von 2 statt 3 Betten lösen. Bevor wir uns zu dritt in unser Doppelbett kuschelten, folgten wir der Empfehlung unseres Freundes Daniel und organisierten uns noch etwas gutes zum Essen in der Stadt.

Ost statt West: 1’579km – 2’142km

Nachdem wir auf den ersten drei Etappen von der Qualität der westlichen Straßenverhältnisse durchaus profitierten, traf es uns am Donnerstag Morgen an der verwundbarsten Stelle unseres Autos. Auf dem Weg in die Albanische Hauptstadt Tirana, erfuhren wir zum Ersten Mal was es bedeutet, über Knie- statt Knöcheltiefe Schlaglöcher zu fahren. Unser ohnehin schon überladenes Auto kämpfte mit den Bedingungen und bereitete dem Mitfahrer auf dem Rücksitz eine schlaflose Fahrt. Zusätzlich zu den 40° C Innenraumtemperatur war das wohl die Albanische Art uns im Osten willkommen zu heißen. Genug genörgelt … die Landschaft war quer durch das gesamte Land wirklich beeindruckend. Von weiten Ebenen über steile Passstraßen bis hin zu sonnigen Küstenstreifen war alles dabei, was man sich auf einem Roadtrip wünscht. Nach dem bereits 7. Grenzübergang betraten (eigentlich ja befuhren) wir wieder gewohnten Boden der Europäischen Union. Griechenland heißt uns mit seinen äußert breiten und exzellent ausgebauten Highways (besser als so mancher Circuit in Europa), welche wir die meiste Zeit alleine befuhren willkommen. Nur schade, dass wir diese Straßen nicht zu unserem Vorteil nutzen können, da sich bereits beim Überschreiten von Tempo 100 leichte Nervosität im Auto verbreitet. Am Ende des Tages konnten wir uns in gewohnter Manier einen wunderschönen Schlafplatz zwischen Bäumen am Ägäischen Meer, in der Nähe der griechischen Stadt Thessaloniki sichern.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s